Bundestagsabgeordneter bei der LUG

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[bearbeiten] Gespräch über Softwarepatente mit einem Abgeordneten

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Obwohl die Softwarepatente beim Europäischen Parlament erstmal vom Tisch waren, wußten die Leute aus der LUG doch, dass die Sache nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist. Ulrich Jung setzte sich dafür ein, den Bundestagsabgeordneten Gustav Herzog als Gastredner zu gewinnen. Das Interesse lag auf beiden Seiten. Herr Herzog wollte sich informieren wie die Meinung der Anhänger freier Software ist und wir wollten wissen, wie ein Bundestagsabgeordneter die ganze Sache sieht.

Heraus kam ein interessanter informativer Dialog in dem festgestellt werden kann, dass die meisten Bundestagsabgeordnete sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, was für Software sie einsetzen. Es gibt zwar Linuxserver im Bundestag, aber der Standarddesktop ist Windows XP. Die schriftliche Korrespondenz im Bundestag läuft über Microsoft Office und ihren properitären Dateiformaten. Die Ansichten der LUG konnte Klaus Knopper sehr gut wiedergeben. Es besteht die Gefahr, dass die Dokumente des Bundestages nach 20 Jahren kaum noch gelesen werden können, da die Datenformate von Microsoft bekanntlich nicht offen gelegt werden. Außerdem zwingt man damit das Volk Microsoft Software einzusetzen. Die LUG Kaiserslautern konnte Herrn Herzog mit auf den Weg geben, dass es besser sei offene Dateiformate zu benutzen, die dank der offenen Struktur auch noch in Zukunft gelesen werden können. Außerdem fesselt man die Bürger nicht an ein bestimmtes Softwareprodukt.

Die LUG konnte Herrn Herzog auch darüber informieren, warum wir Softwarepatente grundsätzlich ablehnen und warum sie so gefährlich sind. Klaus Knopper legte dar, dass Softwarepatente vom Europäischen Patentamt schon seit längerem erteilt werden. Der einzige Grund, warum bisher kaum jemand wegen Patentverletzungen klagt, sei der, dass man keine Präzidenzfälle schaffen wollen würde, bevor die Patente auf computerimplementiere Erfindungen nicht von der EU rechtens abgesichert sind. Er befürchte, dass es eine Lawine an Auseinandersetzungen und Klagen geben werden werde, sobald Softwarepatente in Europa zugelassen werden. Im Moment warte man nur auf den geeigneten Augenblick. Negativbeispiel ist hier natürlich die USA, denen langsam klar wird, dass die Gerichte den Strom der Patentklagen kaum noch Herr werden können.

Insgesamt ein sehr gelungener Abend an dem wir unsere Meinung einmal direkt einem Bundestagsabgeordneten vermitteln konnten.

Vielen Dank an Ulrich Jung, der diesen Abend organisiert hat und neben Gustav Herzog auch Klaus Knopper eingeladen hat mit dem im Anschluss sehr interessante Gespräche geführt wurden. Von Ulrich Jung wurden auch die Bilder erstellt und zur Verfügung gestellt.


Das Treffen fand am 13.07.2005

Text von: Sascha Bahl

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